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Urlaub mit weniger Auto - es läuft auch anders auf der Insel

Der Wirtschaftsverein Rügen e.V. beriet über Alternativen


Über 30 Teilnehmer berieten am 15.Juni 2010 im Parkhotel Bergen Lösungsansätze für zukünftig weniger Urlauber- PKW-Verkehr auf Rügen.

Der Präsident des Wirtschaftsvereins, Herr Schütt ging in seiner Einleitung auf die sich ständig verschärfenden Probleme auf den Straßen der Insel ein.

Die aktuelle , leider noch etwas unsommerliche Saison macht den Handlungsdruck wieder deutlich erlebbar.

Die Einmaligkeit der Insel, Verzögerungen beim dringenden Ausbau der geplanten Hauptadern (B 96 n, Ortsumgehung Bergen als exemplarisch genannte Beispiele ) , leider immer noch zu verzeichnender Widerstand gegen den notwendigen Ausbau und die Erweiterung von Straßen und mangelnde Finanzmittel lassen noch stärker über Alternativen nachdenken


Die Landrätin Frau Kassner berichtete über den Grundinhalt und die Umsetzung des Anfang 2008 nach intensiver Ingenieurarbeit vorgestellten Integrierten Rügener Verkehrskonzeptes .

Während eine Reihe notwendiger Punkte ( z.B. „ Intelligentes Verkehrsmanagement“) noch an der notwendigen Förderung des Bundes bzw. des Landes scheiterte, konnte sie die größten Fortschritte im Ausbau des Radwegenetzes darlegen.

So gibt es derzeit mehr als 300 km ausgebaute Radwege auf der Insel .

Am straßenbegleitenden Radweg nach Ummanz kann in diesem Jahr weitergearbeitet werden. Das ist auch zur besseren touristischen Vernetzung im Nordwesten der Insel gut.

Eine wesentliche Rolle wies die Landrätin dem Moderator zu, der auch die gegründeten Arbeitsgruppen zur Umsetzung des integrierten Verkehrskonzeptes Rügen koordinieren soll.


Im Anschluss berichtete der Geschäftsführer der Rügener Personennahverkehrs GmbH, Herr Rolf Rümper über die Rolle des ÖPNV auf Rügen.

Einen sehr tiefen Einblick konnte er den Teilnehmern über alle mit dem wichtigen Schülertransport auf der Insel zusammenhängenden Problemfelder vermitteln.

Der Schülertransport stellt von der Auslastung den überragenden Umfang im Transport dar.

Umso wichtiger sah Herr Rümper deshalb auch die Gewährleistung der finanziellen Absicherung im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen.

Er konnte belegen, dass sowohl Tarife, Taktfolge und Qualität der Angebote auf Rügen im Personennahverkehr überdurchschnittlich gut zu bewerten sind.

Hervorzuheben sind auch die Aktivitäten, die zur weiteren Werbung um Touristen mit Fahrrädern durch die Mitführung spezieller Transportanhänger-Stichwort „RADzfatz über die Insel“ durch den RPNV initiiert worden sind.

Mittlerweile sind hiervon 10 Spezialhänger beim RPNV im Einsatz.

Für die Zukunft verwies Herr Rümper auf Bestrebungen zur Koordinierung von Angeboten auf der Schiene und attraktive Pauschaltickets, wie es sie beispielsweise bereits als Bernsteinticket als gemeinsames Tagesticket zwischen Bahn und Bus auf Rügen und in Stralsund gibt.

Wesentlich wird auch die beschlossene Untersuchung der weiteren Zusammenarbeit mit Stralsund und NVP gesehen.

Bemerkenswert war auch der Hinweis, dass durch den RPNV initiiert, eine attraktive Anbindung von Rügen an den Flughafen Rostock-Laage eingerichtet worden ist.

Sie gestattet zum derzeitigen Preis von 19 € den An- und Abtransport mit Anschluss an alle Linienflüge.

Auf Forderungen nach noch geringeren Taktzeiten auf der Insel zur Erhöhung der Attraktivität von Nahverkehrsangeboten verwies Herr Rümper auf die Grenzen in der bisherigen Finanzierung, aber auch auf bereits jetzt erkennbare Probleme bei der Besetzung mit Busfahrern bzw. die immer verbleibende Tages-Spitzenbelastung.

Herr Rümper machte in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich, dass für neue Finanzierungsformen durchaus Denkansätze aus Vergangenheit und Gegenwart gefordert sind.

Im Anschluss konnte Herr Jörn Kolbe vom Ingenieurbüro BDC Dorsch Stralsund über die Planung und den Ausbaustand der Fahrrad- „movelo-Region“ Rügen berichten.

Mit dem schrittweisen Ausbau eines Verleih- und Service-Netzes für elektrisch unterstützte Fahrräder( Pedelecs), wie es vielerorts bereits in Deutschland, aber auch in Dänemark ,der Schweiz und anderen Regionen bekannt ist, werden besonders Urlauber zu aktiven Radlern motiviert.

Auf einem mitgebrachten Pedelec konnten sich die Teilnehmer der Veranstaltung dann ganz praktisch selbst von dieser angenehmen Art des Fahrradfahrens überzeugen.

Ein Weg, Urlaubern und Touristen die schöne Insel intensiver, entspannt und ohne Auto und Staus mit Fahrtwind im Haar erlebbar zu machen

Eine Reihe von Hotels der Insel nutzen bereits das System für ihre Urlauber.

Die Veranstaltung war eine gelungene Werbung, auch über Alternativen für Verkehrsbauten und Urlaubsgestaltung nachzudenken und nach Lösungen zu suchen.


Da der notwendige zügige Ausbau der beschlossenen, geplanten und auch im Integrierten Verkehrsentwicklungskonzept Rügen geforderte Straßenausbau durch den Wirtschaftsverein Rügen e.V. unterstützt wird, gab Herr Rascher von der DEGES ein kurzes Statement zum aktuellen Beschluss-Stand zum Ausbau der B 96 n Altefähr-Bergen.

Trotz leichter Verzögerungen durch die erforderliche 3. Nachanhörung geht man von einer möglichen Realisierung 2011-2012 aus.


Schütt

 

 

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